16. April: Vortrag über das Konsistorium während des Dritten Reichs

Die Historikerin Martina Voigt stellt ihre Forschungen zur Geschichte des Konsistoriums der Kirchenprovinz Mark Brandenburg in der NS-Zeit vor.

Wann? Donnerstag, den 16. April 2026, 18 Uhr,
Wo? Hörsaal 013 der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, Burgstraße 26, 10178 Berlin

Im Auftrag der Konsistorialpräsidentin wurde 2025 ein Projekt zur Erforschung der Geschichte des Konsistoriums der Kirchenprovinz Mark Brandenburg während der NS-Zeit initiiert. Im Mittelpunkt stehen die Biografien und das Wirken der fünf zwischen 1933 und 1945 amtierenden Konsistorialpräsidenten. Von ihnen hat Johannes Heinrich in seiner Amtszeit von Dezember 1938 bis Kriegsende die heutige Sicht auf das Konsistorium am stärksten geprägt. Der Fokus des Projekts richtet sich damit auf die von den „Deutschen Christen“ dominierte Amtskirche, während die bisherigen Forschungen zur Berlin-Brandenburgischen Kirchengeschichte im Nationalsozialismus vor allem die oppositionelle Bekennende Kirche in den Blick nahmen. Anhand von exemplarischen Themenfeldern sollen die Entscheidungen und Handlungsspielräume der Präsidenten und des Konsistoriums insgesamt ausgelotet werden. Ausgewählt wurden die politisch bedingten Personalwechsel auf der Ebene der Konsistorial- und Oberkonsistorialräte, das Disziplinarrecht gegenüber widerständigen Bekenntnistheologen, die (nur lückenhaft überlieferte) innerkirchliche Durchsetzung der Judenverfolgung sowie die kirchliche Jugendarbeit. Anders als das heutige Konsistorium der Landeskirche war das Konsistorium der damaligen Kirchenprovinz im Wesentlichen zur Umsetzung von Vorgaben des Evangelischen Oberkirchenrats verpflichtet. Die sich daraus ergebenden Abgrenzungsfragen sollen während des Vortrags zur Diskussion gestellt werden.

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